Halbfinale olé!

Wir sind im Halbfinale! Was für packendes und vor allem emotionales Spiel vier war das am Donnerstagabend vor 2.148 Zuschauern in der FEXCOM Eisarena Taucha. Die Scorpions kamen mit einer guten Mannschaftskaderzahl angereist, noch ganz anders als vergangenen Sonntag. Und auch das Spiel war anders. Während die Spiele eins und zwei nicht den wahren Play-Off-Charakter verspüren ließen, änderte sich das schon ab Spiel drei. Die Hannoveraner gingen aggressiv und frühzeitig zu Werke, stellten sich im Spiel auf die schnelle Gangart unserer Mannschaft besser ein. Die IceFighters waren dennoch spielbestimmend, jedoch ohne Fortune und auch mit einer Portion Nervosität in den Gliedern. Das 0:0 zur ersten Pause gerecht. Drittel zwei, gleiches Bild bei unseren IceFighters. Unser Team versucht viel, sucht die Lücken, doch die  Niedersachsen machen dicht, fahren brandgefährliche Konter. Die Goalies stark, treiben ihre Gegner zur Weißglut. Bis zur 34. Minute. Es deutete sich an, Hannover macht das Tor, welches unsere Mannschaft bis zum Zeitpunkt nicht schaffte. Wieder Phil Hungerecker, der Torschütze schon vom Sonntag – 0:1. Verdutzte Gesichter im weiten Rund. Strafzeit für die Gäste gleich danach. Die dicke Chance um zurückzukommen. Und die Zeit verstrich und nichts wollte klappen. Die Nervosität wurde größer. Ein Fehler im Spielaufbau und ein astreines Break vom Ex-DEL-Stürmer Andreas Morczinietz bescherte das 0:2. Fragezeichen bei allen in und über den Köpfen. Wird die Serie doch noch mal nach Hannover gehen, lassen wir uns das sicher geglaubte Halbfinale nehmen?

Doch die IceFighters machten ihrem Vereinsnamen abermals alle Ehre. Noch vor der Pause stand Mister Play-Off, Tomas Vrba, goldrichtig und bezwingt endlich im Nachsetzen den bis dato überragenden Jimmy Hertel. 1:2 und Verschnaufpause, das Momentum auf der Seite, drehen wir das Spiel noch? Es war die Frage der Fragen in den Gesprächen der zweiten Pause. Es sollten die Recht behalten, die an die Moral des Teams glaubten. Definitiv spielte der ganz frühe Ausgleich von Jannik Striepeke in die Karten. Übrigens ein Stürmer, der weiß wie man aufsteigen kann. Das Spiel nun absolut intensiv mit viel Herz und Einsatz auf beiden Seiten. Es ging hin und her. Und Sebastian Staudt strahlte absolut Ruhe aus, gut für das Gemüt der Vorderleute. Zunehmend verloren die Scorpions den Spielfaden, zogen Strafzeiten, schwächten sich selbst und verschwendeten viel Kraft beim reklamieren. Die IceFighters eiskalt. Überzahltor Lars Müller, goldrichtig gestanden und in den rechten oberen Winkel gezimmert. Die erste Führung des Abends für die IfL, 3:2. Jetzt nur nicht nachlassen und wie am Dienstag ein dummes Ding fangen kurz vor Schluss. Die Fans standen wie immer 100% hinter dem Team, ein absoluter Pluspunkt im Play-Off-Kampf. Hannover weiterhin viel lieber auf der Strafbank. Noch sechs Minuten. Doppelte Überzahl. Die Entscheidung? Sie kam! Tomas Vrba nutzt die große Gelegenheit der numerischen Überlegenheit aus. 4:2, der Rest einzigartiger Jubel. Die Halbfinalgesänge ertönten und Hannes Albrecht machte auch noch seine Bude per ENG. Endstand im absoluten Nervenkrimi 5:2 (0:0, 1:2, 4:0).

Die erste Play-Off-Serie der Vereinschronik wurde gewonnen. Sich teuer verkaufende Hannover Scorpions geschlagen. Erstmals unter den TOP 4 der Oberliga! Doch darauf ausruhen geht nicht. Das nächste Meisterduell steht vor der Tür. Die Wölfe Freiburg warten, sind absoluter Favorit. Unsere Mannschaft wird nach der kurzen Regenerationszeit alles geben. Wir wollen versuchen die Freiburger zu ärgern. Wichtig: hart aber fair bleiben. Gegen die Wölfe hat man in Unterzahl auf jeden Fall keine Chance. Zu unwiderstehlich das Powerplay der Breisgauer. Die Spieler freuen sich übrigens wahnsinnig über die Unterstützung des Fanbusses bei dieser sehr weiten Auswärtsfahrt. Freiburg kennt uns nicht, vielleicht die Chance in Spiel 1 zur Überraschung. Gemeinsam, das Team für die Fans, die Fans für das Team! Am Mittwoch, 20 Uhr, dann Spiel 2 in der FEXCOM Eisarena Taucha. Der Vorverkauf lief gut an, die Nachfrage ist riesig. Sichert Euch zu den fanfreundlichen Uhrzeiten während der Ostertage die Tickets.

Leipzig siegt 5:2 (0:0, 1:2, 4:0) vor 2.148 Fans. Am Montag geht es nach Freiburg zum Oberliga-Süd-Meister. Text: Martin Bergau, Foto: Marco Lang